Echo HIKF · April 2025
Fri Up: im Kopf eines «Venture Capitalist»
Start-ups mit hohem Potenzial in der Welt des Risikokapitals zu erkennen, ist alles andere als einfach: Mike Baur, Mitgründer und Verwaltungsratspräsident der Swiss Ventures Group AG mit Sitz in Zürich, erklärt uns, auf welche Kriterien er sich stützt.
In den frühen Phasen eines Start-ups ist das Team entscheidend, dicht gefolgt vom Geschäftsmodell, dem Produkt und dem Markt. Investoren suchen nämlich nach komplementären, belastbaren und ehrgeizigen Profilen: Neugier, Offenheit und ständiges Lernen machen den Unterschied und sichern einen kohärenten Weg zu grösseren Finanzierungen. Ein innovatives Produkt, das einem nachgewiesenen Bedarf entspricht, weckt natürlich die Aufmerksamkeit der «Risikokapitalgeber», wobei frühere Erfahrungen und konkrete Erfolge in der Branche als Garanten für Glaubwürdigkeit gelten. Der Zielmarkt muss zudem ausreichend gross und wachsend sein. Eine präzise Roadmap mit regelmässigen Weiterentwicklungen ermöglicht es schliesslich, einen Vorsprung zu halten und die Relevanz der Investition zu bestätigen.
In der mittleren Phase, die schnell wachsende Unternehmen und Scale-ups betrifft, liegt die Priorität auf dem Product-Market-Fit und dem Ausbau der Geschäftstätigkeit. Investoren achten auf Kundengewinnung und Anpassungsfähigkeit und konzentrieren sich auf messbare Leistungen. Das Geschäftsmodell muss klar sein und Perspektiven für exponentielles Wachstum bieten. Prozesse zu automatisieren und zu industrialisieren und dabei die Kosten im Griff zu behalten, ist ein Garant für langfristige Rentabilität: Die Einnahmen müssen mit der Entwicklung des Unternehmens steigen können.
In der fortgeschrittenen Phase, in der das Unternehmen mit stetigen Einnahmeströmen am Markt etabliert ist, beruhen die Bewertungen auf Daten. Sie konzentrieren sich dann auf die finanzielle Gesundheit und die Expansion oder auf eine Exit-Strategie: Übernahme, Fusion oder Börsengang.