Info Patronale · Nr. 336 · Februar 2026

Ein tragbares Fluoreszenzmikroskop für schnelle und zuverlässige Diagnosen

Dieses von Morgane Loretan geleitete Projekt aus Freiburg zielt darauf ab, die pflanzengesundheitliche und veterinärmedizinische Diagnostik durch ein tragbares Mikroskop zu revolutionieren, das einzelne Moleküle schnell und zuverlässig nachweisen kann. Morgane ist Forscherin in den Bereichen Optik, Nanotechnologie und Biophotonik. Sie ist Absolventin der EPFL und der Universität Freiburg und arbeitet im Labor Photonic Nanosystems, wo sie Forschungen zu optischen Systemen und DNA-basierter Nanotechnologie durchführt. Dieses Projekt ist aus dem Knowledge Transfer of Technologies (KTT) hervorgegangen, dessen Ziel es ist, Ergebnisse der akademischen Forschung in konkrete Lösungen für den Markt umzusetzen.

Was hat Sie zur Entwicklung Ihres Projekts inspiriert?

Wir sind von einer Feststellung ausgegangen: Die derzeitigen Lösungen zur Erkennung von Krankheiten in Kulturpflanzen oder Tierbeständen sind entweder zuverlässig, aber langsam und schwer transportierbar, wie die PCR (Polymerase Chain Reaction), oder schnell, aber wenig empfindlich, wie Teststreifen. Bislang war es noch niemandem gelungen, diese Eigenschaften in einer einzigen Lösung zu vereinen. Diese Herausforderung hat uns motiviert.

Können Sie uns in wenigen Worten erklären, worin Ihre Innovation besteht? Wie funktioniert sie?

Wir haben einen Prototyp eines tragbaren Mikroskops entwickelt, das kleiner als ein Schuhkarton ist, mit Batterien betrieben wird und mit jedem Smartphone kompatibel ist. Dieses Gerät wird dann mit spezifischen Tests und einer mobilen Anwendung kombiniert. Das Gesamtpaket ermöglicht schnelle und sensitive Diagnosen direkt vor Ort, ohne dass ein Labor hinzugezogen werden muss. Das Mikroskop wird einmalig verkauft, die Tests je nach Bedarf und die App wird lizenziert. Diese Kombination macht die Lösung zugänglich, zuverlässig und benutzerfreundlich.

Wer sind Ihre derzeitigen Kunden und welche Märkte kommen für Sie in Frage?

Unsere ersten Pilotversuche richten sich an Landwirte, sowohl für den Ackerbau als auch für die Viehzucht. Die Märkte für Pflanzenschutz und Tiermedizin verzeichnen ein jährliches Wachstum von fast 10 %, was erhebliche Perspektiven eröffnet. Unsere Technologie ist jedoch flexibel: Langfristig streben wir auch Diagnosen für Menschen und die Lebensmittelindustrie an.

Inwiefern unterscheidet sich Ihre Lösung von den bestehenden Lösungen in Ihrem Tätigkeitsbereich?

Sie ist tragbar, schnell, zuverlässig und empfindlich und dabei dennoch erschwinglich. Unsere Tests sind vielseitig einsetzbar und können an verschiedene Krankheiten angepasst werden. Darüber hinaus wird die Anwendung Echtzeit-Warnmeldungen bieten und eine kollektive Überwachung ermöglichen, was bisher einzigartig ist.

Was sind die nächsten geplanten Schritte?

Das Ziel für 2026 ist es, das Mikroskop für den Feldeinsatz zu optimieren, den ersten Test für Zuckerrüben zu entwickeln und die Beta-Version der App zu starten. Wir haben eine Absichtserklärung von Grangeneuve, die uns bei der Durchführung von Pilotversuchen helfen wird. Danach folgen die Gründung eines Spin-offs, die Zertifizierung und die Expansion in den Veterinär- und Pflanzenschutzmarkt.

Abschliessend noch eine Frage: Sie werden seit vielen Jahren von Fri Up unterstützt. Wie sieht diese Zusammenarbeit aus?

Fri Up begleitet uns bei der Strukturierung des Projekts, der Suche nach Finanzierungen, der Vorbereitung der Unterlagen sowie beim Networking mit strategischen Partnern aus dem Innovationsökosystem.