Info Patronale · Nr. 338 · Mai 2026

REON – wenn Gebäude zu Ressourcen der Kreislaufwirtschaft werden

Mithilfe eines prädiktiven Analysetools unterstützt das Start-up REON Akteure der Immobilienbranche dabei, das Wiederverwendungspotenzial von Gebäudekomponenten zu erkennen und zu nutzen. Ein Gespräch mit der Gründerin Maria Sivers an der Schnittstelle von Bauwesen, Daten und Kreislaufwirtschaft.

Was hat Sie zur Gründung Ihres Start-ups inspiriert?

Jedes Jahr werden weltweit Millionen von Gebäuden abgerissen, was zu enormen Mengen an Abfall, CO₂-Emissionen und verlorenen Ressourcen führt – oft noch bevor die tatsächliche Lebensdauer endet. Dabei könnte ein grosser Teil dieser Komponenten – Träger, Fenster, Stützen, Deckenplatten – direkt wiederverwendet werden. Dieser systematische Wertverlust hat mich dazu bewogen, ein Instrument zu entwickeln, das die Wiederverwendung sichtbar, messbar und wirtschaftlich tragfähig macht – bevor es zu spät ist, um zu handeln.

Können Sie uns in wenigen Worten erklären, worin Ihre Innovation besteht? Wie funktioniert sie?

REON est un outil d’aide à la décision qui analyse les bâtiments existants à partir des données disponibles – plans numériques, données BIM, informations techniques, ou tout autre document de référence. Il scanne les composants, évalue leur valeur financière, leur impact carbone, leur adéquation technique et leur adéquation avec la demande du marché. Grâce à un indice propriétaire – le Reuse Viability Index – les décideurs·euses peuvent choisir objectivement entre le réemploi, l’adaptation et la démolition.

Wirtschaftlichen und ökologischen Mehrwert schaffen

Au-delà de l’outil, REON s’affirme comme un acteur structurant de la construction circulaire. En s’appuyant sur des données issues de dizaines de milliers de transactions de réemploi en Europe, la start-up comble un vide décisionnel persistant chez les maître·sse·s d’ouvrage. Elle permet d’anticiper, dès la phase amont, ce qui peut être réellement réemployé, à quel coût et avec quel impact carbone – avec une précision prédictive élevée. Cette approche factuelle transforme le réemploi en choix stratégique, compatible avec les exigences ESG (environnementales, sociales et de gouvernance) et les contraintes économiques. Les bâtiments deviennent ainsi des portefeuilles d’actifs circulaires, mesurables et actionnables.

Wer sind Ihre derzeitigen Kunden und welche Märkte kommen für Sie in Frage?

Wir arbeiten hauptsächlich mit institutionellen Eigentümern, Immobilienentwicklern, öffentlichen Akteuren und Gemeinden zusammen. Diese Organisationen verwalten umfangreiche Portfolios und unterliegen zunehmenden ESG-Anforderungen. Langfristig richtet sich unsere Lösung über Partner und Marktplätze auch an KMU im Baugewerbe.

Welche Vorteile ergeben sich für Ihre Kunden?

Sie sparen Zeit und reduzieren Kosten, Risiken und Emissionen – bevor der Wert verloren geht und Experten für eine vertiefte Bewertung hinzugezogen werden müssen. REON liefert eine quantifizierte Prognose auf Basis realer Marktdaten. Es ist dieser multikriterielle und marktorientierte Ansatz, der uns auszeichnet, während viele andere Lösungen lediglich beratender Natur sind.

Was sind die nächsten geplanten Schritte?

Wir finanzieren unsere Entwicklung derzeit über das BRIDGE-Programm, das gemeinsam vom Schweizerischen Nationalfonds und Innosuisse getragen wird. Wir führen Pilotprojekte mit Schweizer Immobilienpartnern durch, entwickeln unser SaaS-Modell weiter und legen die Grundlagen für ein Spin-off, das für 2026 geplant ist.

Abschliessend: Wie gestaltet sich Ihre Zusammenarbeit mit Fri Up?

Fri Up bietet wertvolle strategische Begleitung und Zugang zu wichtigen Netzwerken, um REON von einem innovativen Projekt zu einer glaubwürdigen und industrialisierbaren Marktlösung weiterzuentwickeln. Die Verankerung im Freiburger Ökosystem stellt zudem einen grossen Vorteil dar, insbesondere dank der Ausrichtung auf Habitat 4.0 und der Präsenz des Smart Living Labs der EPFL auf dem Gelände der bluefactory.